Home
My Carthaginians
Rule Systems
Events
Resources

Geschichtlicher Schnellüberblick 280 v.Chr. - 270 v.Chr. für den Mittelmeerraum

Zum Sich-Wieder-Erinnern

Von Michael Fischer

Der letzte Vorhang der Diadochenkriege ist gerade gefallen. 281 hat Seleukos I. Nikator (~358-281) den thrakisch-makedonischen Herrscher Lysimachos (-360-281) auf dem Feld von Kurupedion (nördlich von Magnesia, in Kleinasien) geschlagen (Lysimachos verlor in der Schlacht sein Leben). Der Herrscher Asiens übergab sein Reich seinem Sohn Antiochos I. Soter (324-261), und zog nach Europa, um in der Heimat, die er vor über 50 Jahren als Adjutant Alexanders verlassen hatte, die Herrschaft anzutreten.
Ptolemaios Keraunos (320/315-279), der älteste Sohn des ägyptischen Königs Ptolemaios I. Soter (367/6-283/2) und Enkel des Antipater (~397-319), war nach seiner Enterbung ~287 an den Hof des Lysimachos gekommen. (Lysimachos war der Ehemann seiner Stiefschwester Arsinoe II. (316-270), der älteste Sohn des Lysimachos, Agathokles (312-283), der Ehemann seiner Schwester Lysandra; Arsinoe I. (310-247), Tochter des Lysimachos aus seiner ersten Ehe mit Nikaia, einer Tochter des Antipater, heiratet 285 Ptolemaios II. Philadelphos (308-245)). Infolge von Intrigen der Königin Arsinoe (die wohl die Thronfolge ihrer Kinder anstrebte) wurde Agathokles hingerichtet; Ptolemaios Keraunos, Lysandra und ihre Kinder und der Lysimachos-Sohn Alexander flohen zu Seleukos. Nun, beim Übergang über den Hellespont, August/September 281, ermordete Ptolemaios Keraunos den Seleukos. Vom Heer des Seleukos wurde er zum König von Makedonien proklamiert. Der Königin Arsinoe (seiner Stiefschwester), die nach Kassandreia geflohen ist, trägt er nun die Heirat und die Anerkennung ihrer Söhne (von Lysimachos) als Erben an; nach der Heirat und ihrer Krönung bemächtigt er sich Kassandreias und
lässt die Prinzen Lysimachos und Philipp töten (der älteste Sohn Ptolemaios, wohl der Mörder des Agathokles, war zu den Illyrern geflüchtet). Arsinoe II. flieht nach Samothrake und dann weiter nach Ägypten, wo sie ~277 ihren Bruder Ptolemaios II. Philadelphos heiratet, dessen Mitherrscherin sie wird, ab 272 göttlich verehrt.
Antigonos II. Gonatas (319-239), Sohn des Demetrios I. Poliorketes (336-283) und Enkel des Antigonos I. Monophthalmos (382-301), hatte von seinem Vater 286, als dieser sich ein letztes Mal gegen Kleinasien wendete, die Herrschaft im griechischen Restbesitz erhalten und sich 281 Athens bemächtigt. Kurupedion und die Folgen ermutigen ihn 280 zum Einfall in Makedonien, er wird aber zu Lande und zu Wasser von Ptolemaios Keraunos (mit dem Heer des Seleukos und der Flotte des Lysimachos) geschlagen. In der Peloponnes bricht ein Aufstand gegen ihn aus, Sparta unter seinem König Areus I. (r. 309/8-265) bringt einen neuen Peloponnesischen Bund zustande. Die Spartaner landen in Aitolien, werden aber von den Aitolern zum Rückzug gezwungen. Athen erhebt sich und die Demokraten verjagen die Parteigänger der Antigoniden. Antigonos verbleiben Demetrias, Korinth, der Piräus und verstreute Plätze in Achaia und Argolis. 279 geht er nach Asien über und
greift Antiochos an.

Nach Kurupedion hatten die griechischen Schwarzmeer-Städte Herakleia,
Byzanz, Chalkedon, Kieros und Tios einen Nordbund gegründet und ihre
Unabhängigkeit erklärt. Ihrem Beispiel folgte ein Fürst persischer Herkunft, Mithridates I., der noch vor Seleukos' Tod das Königreich am Pontos gründete. Sie verbündeten sich nun mit Ptolemaios Keraunos gegen die Seleukiden, und die mächtige Flotte Herakleias trug wohl auch zur Niederlage des Antigonos gegen Ptolemaios Keraunos bei. Antiochos stößt auch auf den militärischen Widerstand Bithyniens unter seinem König Zipoites (356-280) und dessen Sohn und Nachfolger Nikomedes I. (+255/3). Der Statthalter des Lysimachos in Pergamon, Philetairos (~343-263), war 282 zu Seleukos übergegangen, verhält sich nach außen als Vasall des Seleukidenkönigs, ist in Wirklichkeit aber autonom. In Syrien ist ein Aufstand ausgebrochen, und die Flotte des Ptolemaios II. Philadelphos bemächtigt sich Milets.

280/79 muss Antiochos I. in Syrien (Damaskus-Krieg) einen Aufstand bekämpfen. Antiochos I. Soter sah sich jedenfalls gezwungen, Ptolemaios Keraunos als König von Makedonien anzuerkennen.Dann erfolgt der Auftritt der Kelten aus der Donauregion, unter Kambaules 281 zum ersten Mal in Thrakien aufgetaucht. Im östlichen Bulgarien gründen sie ihre Stadt Tylis (~280). 279 fallen sie (unter einem Brennos) in Makedonien ein. Ptolemaios Keraunos verzichtet auf ein Bündnis mit den Dardanern und stellt sich mit geringer Streitmacht ihnen entgegen – er verliert Schlacht und Leben.Nachfolger des Ptolemaios Keraunos wird sein Bruder Meleager (zwei Monate), dann (erneut) Antipater II. Etesias, der Sohn des Kassanders (und Enkel Antipaters), der 297-4 schon zusammen mit seinem Bruder Alexander V. geherrscht hatte. (Antipater hatte seinen Bruder von der Herrschaft verdrängt, der daraufhin Demetrios I. Poliorketes um Hilfe anging, der zwar Antipater verjagte, aber Alexander V. ermorden liess). Aus Kleinasien wird aber der Antipatride Sosthenes (ein Vetter Antipaters II.; Sohn des Pleistarchos?) zurück- und zum Strategen ausgerufen, der den König nach wenigen Monaten ermorden lässt.Die Griechen versuchen vergeblich, die Kelten an den Thermopylen aufzuhalten, aber bei Delphi werden sie von Phokern und Aitolern im Schneesturm geschlagen, und ziehen nach Norden ab. Die Skordisker siedeln sich um die Mündung der Save in die Donau (Sirmium) an. Kelten (Tektosagen, Tolistoagier und Trokmer) unter Leonnorios und Lutarios belagern Byzanz und erpressen Schatzung.Die Bithynier schlagen 279 Hermogenes, den Feldherrn des Antiochos, es kommt bei ihnen aber zum Bürgerkrieg zwischen Nikomedes (der die anderen Brüder hat ermorden lassen) und seinem Bruder Zipoites.Der Nordbund betreibt den Abzug der Kelten aus Europa, Nikomedes lädt sie ein, ihm gegen Zipoites zu helfen, und ermöglicht ihnen 278 den Übertritt nach Kleinasien. Die Galater im Dienste des Nikomedes machten den Thronansprüchen seines Rivalen ein Ende, aber nachdem ihre entfesselte Flut nun einmal Asien erreicht hatte, ließ sie sich nicht mehr eindämmen, und bald wurden die Provinzen Kleinasiens erbarmungslos verheert.Antigonos II. Gonatas und Antiochos I. Soter schliessen Frieden: Antigonos heiratet Phila, eine Schwester des Antiochos. 277 greift Antigonos Makedonien an, wird aber von Sosthenes zurückgeschlagen.Neue Wellen keltischer Invasoren drangen in Makedonien ein. Antigonos, der sein Heer in der Nähe von Lysimacheia gesammelt hatte, griff eine gallische Horde an, und zum ersten Male erlebte man, dass griechische Truppen in offener Feldschlacht Kelten in die Flucht trieb. Für die Makedonen wurde er der Befreier. Das Heer dankte ihm, indem es ihn zum König wählte. Ptolemaios, der älteste Sohn des Lysimachos mit Arsinoe II. (nun Königin Ägyptens), greift von Illyrien aus nach der Krone, wird aber von Antigonos und seinen galatischen Söldnern geschlagen, und flieht an den ägyptischen Hof, wo er bald von Ptolemaios II. adoptiert wurde.276 wird dieser Ptolemaios ägyptischer Statthalter Ioniens mit Sitz in Milet. Im Frühjahr 276 waren die Ägypter in Syrien eingefallen. Antiochos überschritt in aller Eile wieder den Tauros (er hatte den Winter in Sardeis verbracht) und verjagte den Eindringling. Dann, im Jahr darauf, konnte er einen allgemeinen Angriff auf die Galater unternehmen und – in der sog Schlacht der Elefanten – einen Sieg über sie erringen, der wenigstens für den Augenblick den Gallierschrecken beseitigte.Magas dagegen, ein Stiefbruder des Ptolemaios II. Philadelphos (Sohn der Berenike aus einer ersten Ehe), seit 283 ptolemäischer Statthalter von Kyrene, nimmt den Königstitel an und heiratet 275 Apame, die Schwester des Antiochos. Seinen Feldzug gegen Ägypten (274) muss er allerdings abbrechen, als sich die libyschen Marmariden gegen ihn erheben.272 endet der Erste Syrische Krieg mit einem für Ptolemaios sehr vorteilhaften Frieden.274 fällt Pyrrhos, aus Italien und Sizilien zurückgekehrt, in Makedonien ein. Die makedonischen Soldaten laufen über (Antigonos bleiben nur seine galatischen Söldner), und Pyrrhos bestieg an seiner Stelle den Thron in Pella. 273 verlässt Pyrrhos Makedonien, überträgt die Regierung seinem Sohn Ptolemaios (von Antigone, der Schwester des Magas) und versucht, Kleonymos anstelle dessen Neffen Areus als König von Sparta durchzusetzen. Das war die Gelegenheit für Antigonos, wieder zum Angriff überzugehen. Sofort fiel er nach Makedonien ein und holte sich den größten Teil des Landes zurück. Offiziell erklärte Pyrrhos, er sei in die Peloponnes gekommen, um die Städte, in denen noch Besatzungen des Antigonos lagen, zu befreien. Damit hatte er sich die Unterstützung der Städte gesichert, die im Achaiischen Bund zusammengeschlossen waren (280 erneut begründet durch Dyme, Patrai, Pharai und Tritaia; 275 waren Aigion, Bura und Keryneia hinzugekommen). Antigonos verließ zeitweilig Makedonien und landete in aller Eile ein Expeditionsheer in Korinth. Pyrrhos wollte gerade Sparta angreifen, als ihn eine Botschaft aus Argos erreichte: Antigonos bedrohte die Stadt. Pyrrhos eilte herbei. Es kam in Argos zu Straßenkämpfen zwischen den beiden Heeren, die von Bürgern der einen und der andern Partei hereingelassen worden waren. Im Verlaufe der Kämpfe wurde Pyrrhos in einem Gässchen durch einen Ziegelstein, den eine alte Frau geworfen hatte, an der Stirn verwundet. Ein Soldat des Antigonos erkannte ihn, als er ohnmächtig am Boden lag, und schnitt ihm den Kopf ab. Damit war der Widerstand gegen Antigonos beendet. Pyrrhos starb im Herbst 272. Die Städte der Peloponnes schlossen sich sofort Antigonos an und beriefen seine Parteigänger an die Macht. Der König hatte die Hände frei, um seinen Thron in Makedonien zu festigen, wohin er sich ohne weiteren Aufschub begab. Unterwegs legte er Besatzungen nach Eretria und Chalkis. Auf diese Weise war, zusammen mit dem Piräus, den er ununterbrochen gehalten hatte, eine Reihe von Stützpunkten geschaffen, die die Sicherheit der Verbindungen zwischen Makedonien und der Peloponnes gewährleisten sollte. Pyrrhos’ Sohn Alexander wird als König der Molosser und Hegemon von Epeiros allgemein anerkannt.270 tritt Akarnanien dem Aitolischen Bund bei.

Rom hatte sich im Dritten Samnitischen Krieg (298-290) als Vormacht in
Mittel- und Süditalien durchgesetzt. Der Konsul P. Cornelius Rufinus
erhält 290 einen Triumphzug für den Sieg über die Samniten, sein Kollege
M'. Curius Dentatus zwei für den Sieg über die Prätutter (ein Stamm der
Sabiner). 287 kommt es in Rom zur Krise durch den Auszug der Plebejer
auf den Janikulum, der Diktator Q. Hortensius löst sie durch die Lex
Hortensia: Durch dieses Gesetz erhielten die Beschlüsse der Plebs
(Plebiszite von plebis scitum – Beschluss der Bürgerschaft)
Gesetzeskraft für das gesamte römische Volk. Eine zusätzliche
Bestätigung durch den Senat (patrum auctoritas) war daher nicht mehr
notwendig. Damit erreichen die Plebejer eine Gleichstellung mit den
Patriziern. In allen Jahren 287-5 wird in Rom ein Diktator berufen. 285
dringen die gallischen Senonen über den Apennin vor; der Konsul L.
Caecilius Metellus Denter wird 284(?) bei Arretium von den Senonen
besiegt und getötet. Die etruskischen Städte Vulci und Volsinii und die
Samniten und Lukaner erheben sich im Aufstand. 283 können die Konsuln P. Cornelius Dolabella und Cn. Domitius Calvinus Maximus Etrusker und
Senonen besiegen, der Prätor M'. Curius Dentatus vertreibt die Senonen
aus ihrem Gebiet an der Adriaküste, die Kolonie Sena Gallica wird
gegründet. 282 besiegt der Konsul C. Fabricius Luscinus Samniten,
Bruttier und Lukaner, nach Rhegion wird eine campanische, nach Thurioi
und Lokroi römische Besatzungen gelegt; sein Kollege Q. Aemilius Papus
besiegt die gallischen Bojer und die Etrusker in der Schlacht am
Vadimonischen See. Eine römische Flotte im Golf von Tarent wird von den Tarentinern vernichtet. Die Tarentiner erzwingen auch den Abzug der
Römer aus Thurioi. 281 führt der Konsul L. Aemilius Barbula Krieg in
Samnium und auf tarentinischem Gebiet, sein Kollege Q. Marcius Philippus besiegt die Etrusker. Pyrrhus, König der Molosser und Hegemon von Epeiros, wird von Tarent um Vermittlung angerufen, Rom lehnt die Vermittlung ab, Pyrrhos sendet Truppen (teilweise von Ptolemaios Keraunos zur Verfügung gestellt), und landet selbst an der Spitze seines Heeres 280 in Italien. Der Konsul P. Valerius Laevinus wird bei Herakleia von Pyrrhus besiegt, kann dessen Vormarsch aber nahe Capua aufhalten. Sein Kollege Ti. Coruncanius besiegt die Etruskerstädte Vulci und Volsinii und kommt dann Valerius zur Hilfe. Die Etruskerstädte Vulci, Volsinii, Rusellae, Vetulonia, Populonia, Volaterrae und Tarquinii werden zur Heeresfolge verpflichtet.
279 besiegt Pyrrhus die vereinigte Streitmacht der beiden Konsuln P.
Sulpicius Saverrio und P. Decius Mus bei Asculum. Rom verbündet sich mit Karthago, Karthago greift auf Sizilien Syrakus an. 278 setzt Pyrrhus,
von Syrakus gerufen, nach Sizilien über und wendet sich gegen die
Karthager. Der Konsul C. Fabricius Luscinus kämpft gegen die Campaner in Rhegium und Kroton, schließt einen Bündnisvertrag mit Herakleia, und
besiegt Lukaner, Bruttier, Tarentiner und Samniten. 277 wird die
vereinigte Streitmacht beider Konsuln P. Cornelius Rufinus und C. Iunius
Bubulcus Brutus in den Cranita-Bergen von den Samniten geschlagen.
Rufinus erobert Kroton und Lokroi, Brutus besiegt Lukaner und Bruttier.
276 besiegt der Konsul Q. Fabius Maximus Gurges Samniten, Lukaner und Bruttier. Pyrrhos kehrt nach Italien zurück. 275 siegt der Konsul M'.
Curius Dentatus bei Benevent über Pyrrhos, der nach Griechenland
zurückkehrt. Sein Kollege L. Cornelius Lentulus Caudinus besiegt
Samniten und Lukaner. 274 wird die Rebellion von Caere niedergeschlagen.
273 besiegt der Konsul C. Claudius Canina Lukaner und Samniten (und
vielleicht die Bruttier). In Paestum und Cosa werden latinische Kolonien
gegründet. 272 führen die Konsuln L. Papirius Cursor und Sp. Carvilius
Maximus erfolgreich Krieg gegen Samniten, Lukaner und Bruttier, die
Zitadelle von Tarent wird von Milo, dem Feldherrn des Pyrrhus, an
Papirius übergeben. Velia, Herakleia, Thurioi und Metapontion werden zur Heeresfolge verpflichtet. 270 wird Rhegion von den Konsuln C. Genucius Clepsina und Cn. Cornelius Blasio erobert und die campanische Besatzung hingerichtet.

288 hatten sich die Mamertiner (oskische Söldner des Agathokles von
Syrakus, 361-289) in Messana festgesetzt. Nach Agathokles' Tod im Jahr
289 verließen sie Syrakus und bemächtigten sich 288 der Stadt Messana
weiter im Norden, töteten alle Männer und teilten die Frauen, Kinder und
das Eigentum der Opfer unter sich auf. Von Messana aus zogen sie plündernd durchs Land. 282 zerstören sie Gela, Phintias von Akragas (r.
287-279) siedelte die Überlebenden in Phintiades neu an.

Pyrrhos besiegt 277 Karthager und Mamertiner, erobert selbst Eryx in
Westsizilien. Nur Lilybaion kann von den Karthagern behauptet werden.
Auch 276 gelingt es Pyrrhos nicht, Lilybaion zu erobern, er kehrt aufs
italienische Festland zurück (s.o.). Hieron (~306-215) wird Stratege von
Syrakus, und kann 270 die Mamertiner bei Mylai schlagen; Karthago
verhinderte die Besetzung Messanas durch Syrakus. Aus Dankbarkeit wird Hieron zum König ernannt.